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Kamelle us Kölle 2019

KuK: Ein Menü gefüllt mit Hauptgerichten

„Habt Ihr Appetit auf Karneval?“ Nach dieser rhetorischen Frage versprach Sitzungspräsident Andreas Radowski den 1.300 Gästen zu Beginn der großen „Kamelle us Kölle“-Sitzung der Blauen Funken im Jupitersaal des Neusser „Crowne Plaza“ ein karnevalistisches Menü. Nach dem Einmarsch der gesamten Funkengesellschaft mitsamt dem Kinderprinzenpaar und den Tänzen der Novesia-Tanzgarde hatte er zunächst das Neusser Prinzenpaar, Kalli I. und Mandy I., auf der Bühne empfangen.

Doch Klaus&Willi, die dann als Vorspeise angekündigt wurden, mutierten schon gleich zur Hauptspeise. Denn mit seinen frechen Sprüchen hatte Affe Willi sofort das Eis gebrochen. Aktuelles Tagesgeschehen und Politik nahm er genauso auf die Schippe, wie jeden im Publikum, der ihm gerade „auffiel“. Er fand es zum Beispiel auch überhaupt nicht schlimm, dass Ribery ein Steak mit Gold überzogen gegessen hatte. „Ich hatte mein Essen gestern in Silber – Döner in Alufolie“, berichtete er. Auch Donald Trump bekam sein Fett weg. So heiße doch ein amerikanischer Polizist „Cop“. Und ein Foto von Trump mit einem Polizisten wäre ganz deutlich: „Ein Cop, ein Arsch!“ Auch die anschließend auftretenden Paveier waren alles andere, als ein kleines Süppchen. Neben ihrem „Leev Marie“, das der Sitzungspräsident bereits in der letzten Session für sich entdeckt hatte, hatten sie neue Lieder, wie „Nie mehr Alkohol“, aber auch altbekannte wie „Heimat is do, wo de glöcklich bes“.

Guido Cantz begeisterte – wie immer – mit seinem frechen Witz. So bezeichnete er seinen Heimatort Porz als „Postleitzahlbereich ohne richtiges Zentrum“. Auch Trump, Erdogan und AKK bekamen ihr Fett weg: Annegret Kramp-Karrenbauer kann froh sein, dass sie nicht Friederike heißt…“ Und nach den Fidelen Sandhasen, die mit feinster Tanzakrobatik auf Kölschen Liedchen das Publikum zum Staunen brachten, folgte Bernd Stelter, der neben „Astro-Alex“, der Dieselaffäre, Angela Merkel und Donald Trump auch die klaren Anzeichen für einen Klimawandel besprach: „Im Januar geht die May, der Merz kam im Oktober – ist doch wirklich alles durcheinander…“ Und nach der Trennung von Florian Silbereisen und Helene Fischer habe Grönemeyer gleich eine neue Ballade „Sekundenglück“ geschrieben. Sogar die verlorene Fußball-WM im vergangenen Jahr war für ihn erwähnenswert: „Doch der Jogi bleibt.“ – gesungen auf „Life is life“.

Und noch ein Hauptgericht: Die Höhner waren wieder bestens abgeschmeckt. Denn mit ihrem „Komm wir halten die Welt an“, wo bei dem Wort „Welt“ Stillstand bis zum nächsten Wort „Welt“ herrschen sollte, wurde quasi das gesamte Auditorium „eingefroren“. Bei ihren Hits „Hey Kölle“, „Alles was ich will“, „Schenk mir dein Herz“ und „Da simmer dabei“ tobte der Saal. Eine weitere kleine Zwischenspeise war denn auch Martin Schopps auch nicht wirklich. So bezeichnete er den Papst als „krassesten Influenzer der Welt, hat er doch 6 Millionen Follower“. Und wieder zu Donald Trump: „Der hat ja jetzt gesagt, er wolle sich nicht ans Pariser Abkommen halten. Hätten seine Eltern sich nur daran gehalten…“ Selbst zu später Stunde folgte das Publikum ihm aufmerksam.

Als Nachspeise wurden dann die Räuber angekündigt. Spätestes jetzt hätte man die Stühle aus dem Saal räumen können, denn beim „Trömmelche“, „Für die Ewigkeit“, „Dat is Heimat“, „Home is where the DOM is“ und „Wunderbar“ saß niemand mehr. Und auch das politische Statement von „Brings“ klar gegen Rassismus mit „Mir all sin Mingsche“ und auch „Wat e Wunder, dat mir noch leeve“ wurde nach Mitternacht noch mit viel Applaus honoriert. Und mit „Die Liebe gewinnt“, „Ich ben nur ne kölsche Jung“ sowie „Sulang mer noch am leeve sin“ war ein schöner Abschluss perfekt.

Sitzungspräsident Andreas Radowski, der Saal und Programm jederzeit perfekt im Griff hatte, bedankte sich beim Publikum, allen Helfern und besonders seinem Elferrat, den Mitgliedern aus dem Corps d’Honneur, der ihn bestens unterstützt hatte. Stets den Tusch an der richtigen Stelle hatte dabei die Colonia Big Band. Bei der Aftershow-Party wurde mit DJ Titschy im Foyer noch lange weiter gefeiert.

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