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Ehrenkettenverleihung

Der Landrat und "sein guter Ruf"

Landrat Dieter Patt (M.), Sitzungspräsident Thomas Frings (2. v. l.), Vize-Vorsitzender Michael Entrop (r.) und Laudator Friedhelm Ruf (2. .v. r.).
Landrat Dieter Patt (M.), Sitzungspräsident Thomas Frings (2. v. l.), Vize-Vorsitzender Michael Entrop (r.) und Laudator Friedhelm Ruf (2. .v. r.).

Es war eine Premiere: Zum ersten Mal war die Swissôtel-Lounge an der Bar Veranstaltungsort für die Ehrenketten-Verleihung der Blauen Funken. Und der Ort war gut gewählt, dort versammelten sich am Sonntag zahlreiche Karnevalisten und andere froh gestimmte Neusser, um Landrat Dieter Patt zu seiner Auszeichnung zu gratulieren, die ihm Michael Entrop, der stellvertretende Vorsitzende der nun 50 Jahre alten Neusser Karnevalsgesellschaft Blaue Funken, unter großem Beifall überreichte.

Gut gewählt war auch der Laudator, schließlich ist der stellvertretende NGZ-Redaktionsleiter Friedhelm Ruf nicht nur als Prologius und Rekeliser-Ordensträger für geschliffene Reden bekannt, sondern als NGZ-Redakteur auch ein langjähriger Wegbegleiter von Dieter Patt. Mit einer langen, aber unterhaltsamen Rede ließ Friedhelm Ruf das aufmerksame Publikum ins Jahr 2029 blicken, in dem der dann 85-jährige Patt nicht nur zum zweiten Mal die Ehrenkette der Blauen Funken erhält, sondern auch "sein" Haus, das Dieter-Patt-Museum, eröffnet wird. Doch gibt es in der "Ruf'schen Vision" auch Nachdenkliches: Da gehört Neuss zur "schönen Landeshauptstadt Düsseldorf" - auf entsetztes Gemurmel der Zuschauer konterte er: "Moment mal, erst Euren Bürgermeister mit Joachim Erwin kungeln lassen und sich dann wundern!" Nicht nur Neuss ist in der Zukunft aufgeteilt, das "Ludwig-Soumagne-Mundartarchiv im heutigen Kölner Stadtteil Zons" und die "Peter-Giesen-Halle in Mönchengladbach-Neu-Garzweiler" zeugen ebenso von der Zerschlagung des Rhein-Kreises Neuss wie "Grevenbroich, das eine zugegeben starke Stadt im Rhein-Erft-Kreis ist". In Neuss gibt's allerdings auch Altbewährtes, so hält in 25 Jahren wohl noch der dann 117-jährige Joseph Lange den Vortrag "Neuss als Keimzelle des Düsseldorfer Schützenwesens". Friedhelm Ruf nahm die Zuhörer mit auf eine Reise durch die einzelnen Ausstellungsräume, die Lebens-Stationen Patts als Politiker, Verwaltungschef, Künstler und Mensch nachzeichneten und auf vielleicht Kommendes hinwiesen. Der Schlüssel zum Neugliederungs-Tresor, den sich der "Herr der Ringe" zum Schmuckstück umarbeiten ließ, wurde dann, so Ruf, "vom Neusser Bürgermeister Markus Kuhl gestohlen", so dass es "2024 um Neuss geschehen war". Doch das wichtigste Ausstellungsstück ist der "Hut von Frau Patt, den sie während der Parade auf dem Neusser Markt nicht aufhatte". Die Fotos im "Raum der 1000 und mehr Bilder" zeigen alle den Landrat mit angeborenem Reflex auf Blitzlicht. Internationale Kontakte führten dazu, dass sich die chinesische Delegation im "Lhein-Kleis" wie zu Hause fühlte - "und das gesamte Tierheim Oekoven verfuttert hat". Alles nur Visionen? Doch Landrat Patt versprach am Sonntag: "So lange ich im Amt bin - und das wird über dieses Jahr hinaus sein - werde ich alles tun, damit Neuss nicht eingemeindet wird." Angesichts der Ehrenketten-Träger Franz-Josef Schmitt und Dr. Heinz Günther Hüsch sagte Patt: "Ich habe von ihnen und von Herbert Karrenberg in meiner Neusser Zeit viel gelernt: Wie ich im Neusser Rathaus erzogen worden bin, kann so falsch nicht gewesen sein." Der 21. Ehrenketten-Träger bedankte sich mit einem Ordens-Entwurf bei den Blauen Funken. Souverän und locker führte Sitzungspräsident Thomas Frings durch das kurzweilige Programm, wobei der Vorsitzende der Blauen Funken, Andreas Radowski, als Prinz mit seiner Novesia Stephanie Beck ein "Heimspiel" hatte. Ihnen merkt man den "Spass an d'r Freud" richtig an. Viel Beifall gab es für Oliver Hoff als Willy-Millowitsch-Double und für "Horst und Ewald", die mit ihrer Aal(p)horn-Nummer und mit exzellenten Gesangs-Darbietungen die Zuschauer zum Lachen und Applaudieren brachten. Nach dieser gelungenen Ehrenketten-Verleihung freuen sich nicht nur die Blauen Funken auf ihre nächste Groß-Veranstaltung im Swissôtel, die Star-Revue am 20. Februar. Carina Wernig