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Kappessonntag 2002

Am Rathaus gingen die Kamelle aus

Das hatte der Novesia Martina bei der Starrevue der Blauen Funken am Freitag kaum jemand geglaubt, als sie die Narren zu einem trockenen Kappessonntagszug mit viel Sonnenschein einlud. Zwar fehlte die Sonne, doch es blieb trocken, als mehr als 2.700 Narren für 100.000 Narren am Straßenrand durch die Stadt zogen: Kappessonntagszug 2002, e Stöck vom Jlöck.

Anders als in den vergangenen Jahren kam der Umzug erst zum Schluss am Neusser Rathaus vorbei, wo tausende Jecken zwar vom Lokalfunk NE-WS 89.4 bestens unterhalten wurden, später aber feststellen mussten, dass einigen Karnevalsgesellschaften die Kamelle ausgegangen waren. Zum Beispiel Zugleiter Rainer Franzen, der sich mit einem donnernden Helau begnügen musste. Dafür gab es Nüsser Kappesköpfe, Blumen und Gemüse, von denen sich Neusser Bauern von einem eigenen Gesellschaftswagen aus gerne trennten. Mit der eigenen Konfettikanone traten die Rode Husare auf, die sich von einer besonderen Kapelle begleiten ließen: die Musikkapelle aus der Neusser Partnerstadt Chƒalons-en-Champagne.

Direkt danach folgte der Wagen des Karnevalsausschusses. Zum ersten Mal waren die Mannen um Hans Brummer, Alfons Buschhüter, Josef Patzelt, Guido Raudenkolb auf einem eigenen Wagen beim Umzug vertreten. Am Rathaus wurden sie von ihrem Ausschussmitglied Lothar Bäsken begrüßt, der einmal mehr die Moderation des Umzuges übernommen hatte und nicht nur den Zuschauern auf dem Markt die Geschehnisse erläuterte, sondern auch den Hörern von NE-WS 89.4.

Mit Guggemusik, bei der die Trommeln deutlich dominieren, aus der Schweiz ließen sich die Blauen Funken ankündigen, an der Spitze mit dem Vorsitzenden Andreas Radowski und dem hervorragenden Sitzungspräsidenten Thomas Frings. Mit dabei auch Jakob Matheisen, ehemaliger Schützenkönig von Neuss und auch dem Winterbrauchtum zugetan. Dies gilt im übrigen auch für Schützenpräsident Thomas Nickel, der in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Herbert Napp vom Rathausbalkon aus die bunte Narretei verfolgte.

Die Blauen Fünkchen kamen als Glückskleeblätter verkleidet und bildeten die Vorhut für das Kinderprinzenpaar der Funken: Kim I. und Philip I., der Kinderprinz ist übrigens aus Düsseldorf. Er mag wohl in Neuss für höhere Aufgaben geübt haben, so wie andere das auch schon machten. Nach den mehr als 250 Mitglieder umfassenden Gesellschaft Blaue Funken rückte am Rathaus der von Kamellen befreite Wagen von Grün-Weiß Reuschenberg heran. Der Ruf nach Kamelle vom Wagen selbst aus wirkte irgendwie drollig.

Dann kam eine große Lücke im Zug, eine zweite sollte noch folgen. "Die sollten mal von den Schützen lernen", meinte Thomas Nickel, wobei er allerdings doppelt so viel Teilnehmer am Zug hat als die Narren. Irgendwann rückte dann der Bus von NE-WS 89.4 heran, auf dem sich kleine Rundfunk-Teufelchen versammelt hatten, gefolgt von den Vampiren der Heimatfreunde, die dem Motto des Nüsser Ovends gemäß (Nüss, en Stadt möt Bess) auftraten, allerdings ohne Wagen. Als Maikäfer nahm die Kinder- und Jugendtanzgarde von Grün Weiß Gelb am Umzug teil. Gut gehaushaltet hatten die Schmedde Jonges, die auch am Rathaus noch aus vollen Händen Kamelle warfen.

Zum ersten Mal dabei war die Allrounder Winterworld, die natürlich standesgemäß Schneebälle warf. Popcorn gab es dagegen von Fidelitas, während die Närrische Pudelbande sich auf Glückssymbole verließ. Blau Rot Gold hatte den Hogwarts-Express aus Harry Potter nachgebildet und die Fröhlichen Karnevalskolosse kamen als sieben Zwerge mit einem undünnen Schneewitchen. Nach Müllekolk trat dann die Edelreserve aus, jener Eishockey Fan-Club, wo Prinz Karl Heinz II. Präsident ist. Die Edelreserve bot den besten Wagen, eine hervorragend gezimmerte Burg. Hermann Gröhe mit Sohn Cornelius durfte als Quirinussternträger in einer Kutsche fahren. Er bildete die Vorhut für das Prinzenpaar, das zum Schluss des Zuges noch einmal in vollen Zügen Kamelle warf.